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     Erstsendung: Montag, 28.11.2005, 00.15 Uhr im ZDF
     Wiederholung: Sonntag, 27.08.2006, 21.15 Uhr auf 3sat
NAMIBIA GENERATION X
Eine deutsche Privatschule in Afrika
Szenischer Dokumentarfilm
Deutschland 2005
Länge: 90 Minuten
Regie und Kamera: Thorsten Schütte
Schnitt / Filmmontage: Arne Wanner
Im Auftrag von ZDF / Das kleine Fernsehspiel
Redaktion: Burkhard Althoff

								
Entstehung:
Drei Jahre lang reiste der Filmautor Thorsten Schütte immer wieder in die
ehemalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika, lebte in dem gleichen Schulheim
wie einige seiner Protagonisten um sie mit der Kamera auf dem Weg zum
Abitur an der Deutschen Höheren Privatschule in Windhuk zu begleiten.
Zurück gekommen ist er mit über 120 Stunden Filmmaterial im Gepäck. 
Zusammen mit mir, als Cutter/Editor, haben wir diese Bilderfülle in mehr-
monatiger Dramaturgie- und Schnittarbeit auf 90 Filmminuten verdichtet.
Dabei stellte sich heraus, daß das Material in den szenischen, oft sehr
emotionalen Momenten die meiste Kraft und Lebendigkeit entfaltete. Auf
längere Interviews, Statements und auch auf einen Kommentar-Sprecher
konnte so komplett verzichtet werden. 

Inhalt:
15 Jahre nach Ende der Apartheid in Namibia hat die Deutsche Höhere Privatschule
(DHPS) in Windhuk erstmals Abschlussklassen mit weißen, farbigen und schwarzen
Schülern. Der Jahrgang dieser ersten Post-Apartheids-Generation kennt die Rassen-
trennung nur aus dem Geschichtsbuch. Doch obwohl Frau Gretschel, Lehrerin an der
DHPS, unermüdlich für die Integration streitet, lassen die Schüler nur zaghaft die
Schatten der Vergangenheit hinter sich.

Da sind Natasha und Mirko, sie ist schwarz, er weiß. Sie lebt im Schulheim, besucht
ihre Familie nur am Wochenende in der Armensiedlung Katatura, in die Touristen in
dicken Bussen zum Elend-Gucken fahren. Mirko dagegen wohnt in einer adretten
Siedlung vor den Toren Windhuks. Auch Sheila besucht die DHPS, sie ist ein Flücht-
lingsmädchen aus Angola. Ihr Abitur steht auf der Kippe, der Prüfungsdruck steigt,
und das Geld reicht nie. Tatum ist eine Grenzgängerin, weder ganz weiß noch richtig
schwarz. Kai-Uwe ist ein Farmersohn, "ein Namibier mit deutschem Hintergrund",
wie er sagt.
Allen fünf ist gemein, dass sie eine neue Identität suchen."Das ist die erste Genera-
tion, die versucht, die Grenzen zu überwinden", erklärt Schütte. Er porträtiert ihre
Anstrengungen, die innerhalb der Schule beinahe einfach erscheinen. Dabei will der
Filmemacher nicht historisch belehren: Die Gräueltaten der deutschen Kolonialmächte
werden nur kurz angeschnitten. Mehr ist auch nicht nötig, denn "die Vergangenheit
schwingt in allem mit, was die Jugendlichen tun".

									

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